Spielvarianten

    Ramsch

    Es bleibt der Vereinbarung überlassen, ob in dem Fall, wenn alle drei Spieler passen, die Karten neu verteilt werden sollen, oder ob gewöhnlicher Ramsch oder Schieberamsch gespielt werden soll, nach fester Berechnung oder nach Augen.

    Beim Ramsch kommt es darauf an, möglichst wenig Stiche und Augen zu bekommen. Die Buben gelten wie beim Großspiel allein als Trumpf. Der Skat wird dem letzten Stich zugezählt. Wer keinen Stich bekommt, heißt Jungfer.

    Beim gewöhnlichen Ramsch bleibt der Skat unberücksichtigt liegen. Beim Schieberamsch dagegen nimmt Vorband den Skat auf und gibt dafür 2 unbequeme Karte nach links verdeckt weiter. Der zweite Spieler gibt dann wiederum 2 Karten an den dritten weiter und dieser legt 2 Karten als Skat ab.

    Bei fester Berechnung erhält der Verlierer, also der Spieler, der die meisten Augen in den Stichen hat, 10 Minuspunkte, bei einer Jungfer 15, bei 2 Jungfern 20. Beim Augenramsch wird dem Verlierer, wenn um die ganzen Cent gespielt wird, seine ganze Augenzahl ab Verlust abgeschrieben, bei einer Jungfer die doppelte. Wird um die halben und viertel Cent gespielt, dann wird entsprechend dividiert. Geht ein Spieler "auf alle", d. h. erhält er alle Augen in seine Stiche, einschließlich Skat, also 120, so bekommt er diese nicht Minus, sondern Plus angeschrieben.

    Erhalten 2 Spieler die gleiche Anzahl Augen, so teilen sie sich in den Verlust.

    Wenn Vorhand, nachdem Hinterhand und Mittelhand gepaßt haben, den Skat aufnimmt, ohne etwas zu sagen, so wird Ramsch gespielt. Andernfalls muß Vorhand einen Reizwert, also z. B. 18, nennen.

    Bockrunde

    Es kann vereinbart werden, daß ein Hand-Großspiel oder offenes Null aus der Hand oder ein beliebiges mit 60 Augen verlorenes Spiel eine Bock- oder Doppelrunde eröffnet. In dieser Runde werden alle Spiele, also auch schon das einleitende Spiel, doppelt bewertet.

    Wird mit Bockrunde gespielt, so darf der Spieler wohl gleich, aber nicht im Verlaufe des Spiels seine Karten werfen, weil er ja sein Spiel mit 60 Augen verlieren könnte.

    Kontra

    Hat ein Gegenspieler eine starke Gegenkarte, also u. a. z. B. 4 oder gar 5 Trümpfe, so daß nach seiner Meinung das Spiel verloren wird, so bietet er dem Spieler Kontra. Alsdann zählt das Spiel, einerlei ob es verloren oder gewonnen wird, in der Berechnung doppelt (beim verlorenen Guckispiel demnach vierfach).

    Glaubt der Alleinspieler nach gebotenem Kontra, daß er sein Spiel trotzdem gewinnen wird, so antwortet er Recontra oder Re. Alsdann zählt das Spiel vierfach. Jetzt darf der Gegenspieler noch Supra bieten, dann zählt das Spiel achtfach. Weitere Steigerungen sind nicht üblich.

    Das Doppeln muß vor dem Ausspielen erfolgen. Spielt der Spieler in Vorhand jedoch gar zu schnell aus, so kann er damit das Doppeln nicht verhindern. Will jemand sein Spiel als verloren werfen, so darf Kontra nicht geboten werden. War das Spiel aber schon genannt and darauf Kontra geboten, so gilt letzteres, auch wenn das Spiel geworfen wird.

    Erklärte Spiele

    Ebenfalls eine beabsichtigte Verteuerung. Der Spieler kann, wenn er sein Spiel ansagt, hinzufügen erklärt, z. B. Großspiel erklärt. Dieses Spiel kostet dann gewonnen doppelt, verloren mit Gucki natürlich vierfach. Also gewissermaßen eine Vorstufe des Kontra im positiven Sinne. Ein schwaches Spiel wird der Spieler natürlich nicht erklären. Die Folge ist, daß nicht erklärte Spiele häufig mit Kontra bedacht werden, weil ja der Spieler selbst zu erkennen gibt, daß er sein Spiel für unsicher hält.

    Pinke

    Jeder Kartengeber zahlt einen vereinbarten Betrag in eine hierfür bestimmte Kasse (in die Pinke). Der Gewinner eines Großspiels oder, je nach Vereinbarung, eines Handgroßspieles erhält den angesammelten Betrag ausbezahlt; der Verlierer eines solchen Spieles hat dagegen den ganzen Betrag in die Pinke einzuzahlen.